Montag, 13. Mai 2013
ich lese von einer nacht. genau 10 monate später steht er auf einem bahnhof und wartet, weil er sich dachte, dass ich mit genau dem zug ankomme. wir lachen immer noch, wenn wir uns ansehen. schon nach 2 stunden weiß er, wenn es pulloverwetter für mich sei und tshirtwetter für ihn. er sagt draussenwelt und fragt, ob ich etwas daraus brauche. wir erzählen uns immer noch ein wenig zu viel von den sachen, die wir anderen nicht erzählen. die erste nacht ist die schönste. wir sind zu viel unterwegs. wir trinken zu viel. wir rauchen zu viel. wir müssen uns zu viel kennenlernen. wir laufen beide gern durch die stadt. manchmal bleiben wir auf den straßen stehen, weil wir lieber zuhören als weitergehen wollen. irgendwann in einem park habe ich das bedürfnis, seine hand zu nehmen. ich mache es nicht. er ist verstört. er ist zu nervös. er nimmt zu viele drogen. manchmal weiß ich, dass er mich beobachtet. er hat mich berührt werde ich zwei nächte später an m. schreiben. nachdem er mich nach nur einer stunde allein auf der party zurück gelassen hat. noch ein paar stunden später werden wir uns irritiert im dunkel der wohnung gegenüberstehen. ich kann mich nicht erinnern, was wir gesagt haben. ich war zu betrunken. und zu verletzt. und zu ängstlich. am nächsten morgen werde ich mich aus der wohnung schleichen, bevor er von der arbeit zurück kommt. auf dem küchentisch liegt nur sein distanzierter wunsch für eine gute reise. ganz leicht zeichnet sich daneben noch das herz ab, dass unter der nachricht stand, die er 24 stunden früher für mich schrieb.
Sonntag, 5. Mai 2013
Donnerstag, 2. Mai 2013
vergeht die zeit. zu viel im kopf. aber wenn sich realität und erinnerung nur über kommunikation herstellen, wird nicht viel bleiben. einsamkeit war nie, jemanden als beziehung zu vermissen. das hat sich geändert. ich fluche ein bisschen und weiß noch nicht, wie ich das wieder besser machen soll. es ist, als hätte ich jetzt alles allein ausprobiert. das leben und das nichtlebenwollen. das essengehen, das verreisen, die sonntage, das kino, das laufen, das geniessen, das weinen, das denken. und als würde ich jetzt wieder wissen wollen, wie es noch anders geht. aber es ist nicht nur das. es ist vielmehr auch, dass meine direkte umgebung nicht mehr mein leben sein soll. ich bin nur wenn es in ihren zeiten und bedürfnissen passt. oder überflüssig.
mit dem frühling kommen die melancholien. man könnte denken, dass es anders sein muss. aber die zurschaugestellte zugehörigkeit im öffentlichen, die präsentation von zeit und vergnügen und schönsein und wichtigsein und lautsein und frohsein verunträglicht mir jeden außenaufenthalt.
unzugehörigkeiten. neu ist das nicht. die medikamente lassen mich nur manchmal wünschen, ich könnte das auch wieder nutzbarer sehen.
so verunfallte ich mit dem pürierstab. und kriege seit dem nicht den gedanken aus dem kopf von diesem wenigeralssekundenmoment und dem schmerz und dem blut und der hilflosigkeit und der angst und der lächerichkeit und den jogginghosen und der brille mit dem bärlauch und dem nochmehrblut.
mit dem frühling kommen die melancholien. man könnte denken, dass es anders sein muss. aber die zurschaugestellte zugehörigkeit im öffentlichen, die präsentation von zeit und vergnügen und schönsein und wichtigsein und lautsein und frohsein verunträglicht mir jeden außenaufenthalt.
unzugehörigkeiten. neu ist das nicht. die medikamente lassen mich nur manchmal wünschen, ich könnte das auch wieder nutzbarer sehen.
so verunfallte ich mit dem pürierstab. und kriege seit dem nicht den gedanken aus dem kopf von diesem wenigeralssekundenmoment und dem schmerz und dem blut und der hilflosigkeit und der angst und der lächerichkeit und den jogginghosen und der brille mit dem bärlauch und dem nochmehrblut.
Samstag, 9. Februar 2013
die percanta hat mir vor einiger zeit ein „stöckchen“ zugeworfen. ich habe das nicht vergessen, nur ein bisschen verdrängt. auch, weil ich eigentlich nicht so viel zu sagen haben werde. aber weil die idee so schön ist und man das überhaupt wieder viel öfter machen sollte und ich mich ein bisschen überrascht und geehrt ob der anfrage selbst fühlte, schreibe ich da jetzt was zu.
Was ist der Arbeitstitel Ihres Buchs?
als erstes muss ich sagen, dass es zwei „projekte“ gibt. zum einen möchte ich – oder besser muss ich, weil es mir sehr fehlt – ein neues größeres forschungsprojekt machen, etwas, das am ende dann hoffentlich als buch veröffentlicht wird. es firmiert derzeit eher unter dem titel, der den organisatorischen rahmen und letztlich das ziel formuliert: post doc versus habil. zum zweiten gibt es einen ordner mit dem titel das ist die geschichte von k.
Woher kam die Idee für das Buch?
die idee, dass die dissertation nicht das letzte forschungsvorhaben ist, war ziemlich klar: neben meiner festen überzeugung, dass ich nichts anderes kann als bücher lesen, forschen und schreiben, habe ich sehr gern promoviert und es fehlt mir sehr, derartig intensiv in einem großen projekt zu sein und all die damit zusammenhängenden probleme zu denken und zu lösen. eine schwierigkeit war – oder ist es manchmal immer noch – mich für ein nächstes forschungsthema zu entscheiden. das habe ich im letzten jahr zwar getan, aber nach wie vor sehe ich dinge, bei denen ich denke hej, das muss ich unbedingt lösen.
die idee für das andere buch, dass ich immer weniger als „buch“ im sinne eines romans sehe als eher als eine lange geschichte – wobei es mir schwer fiele, die unterschiede so genau zu beschreiben – resultiert aus dem versuch, worte für depressionszeiten zu finden. ich habe ein großes vertrauen in sprache und die sprachlosigkeit in depressionszeiten gehört für mich zu den erfahrungen, bei denen ich mir immer vorstellen kann, daran eines tages zu zerbrechen. vielleicht hat es etwas mit dem bedürfnis zu tun, diese situationen zu bannen.
Unter welches Genre fällt Ihr Buch?
ersteres ist eine wissenschaftliche veröffentlichung, zweiteres wie gesagt eine geschichte.
Wie lautet die Einsatzzusammenfassung Ihres Buches?
ersteres: haben Sie sich eigentlich mal überlegt, dass architektur die vorstellung von einer historischen wirklichkeit vermitteln kann und ist Ihnen dabei klar geworden, welche schwierigkeiten sich vielleicht ergeben, wenn rekonstruktionen versuchen, diese wieder herzustellen?
zweiteres: Das ist die Geschichte von k. Und k. beschloss zu sterben. (was ein zitat der ersten beiden sätze ist)
Welche Schauspieler sollten Ihre Charaktere in einer Filmumsetzung spielen?
nathalie portman. egal was, zur not schreibe ich ihr jeweils eine rolle rein.
Werden Sie Ihr Buch selbst verlegen oder wird es vertreten durch einen Agenten?
für ersteres suche ich dann einen verlag und auch eine institution oder stiftung, die den druck finanziert. derzeit erdrücken mich noch die schulden, die durch die veröffentlichung meiner doktorarbeit entstanden. diese situation will ich weder ausbauen noch wiederholen. Es ist hart, sich so viel geld für den druck eines buch geliehen zu haben, und zur zeit zum beispiel nicht zu wissen, wie man die neuen kontaktlinsen bezahlen soll.
bei der geschichte habe ich noch keine vorstellung. ich kann mir gut denken, dass die hier in einer virtuellen schublade rumliegt und fraufrank die dann zu einem teil meiner zu schreibenden biographie verwendet.
Wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten Entwurf Ihres Manuskripts zu schreiben?
mit beiden themen und den entsprechenden skizzen bin ich seit vielleicht 1,5 oder 2 jahren beschäftigt.
Welche anderen Bücher würden Sie mit Ihrem Genre vergleichen?
ersteres mit meiner doktorarbeit, bei zweiterem bin ich nicht sicher. was ein problem für mich ist.
Was sonst über Ihr Buch könnte das Interesse des Lesers wecken?
ich glaube, die art wie ich darüber spreche. also bis zu dem moment, wo ich mein gegenüber in der regel überfordere oder deprimiere.
Möchten Sie andere Autoren für das Interview nominieren?
da er (ebenfalls) auf percantas zuwurf bisher nicht reagiert hat, nehme ich hier ein größeres stöckchen für den verehrten mek, um ihn doch noch zu motivieren und ein kleineres natürlich für die wunderbare fraufrank.
Was ist der Arbeitstitel Ihres Buchs?
als erstes muss ich sagen, dass es zwei „projekte“ gibt. zum einen möchte ich – oder besser muss ich, weil es mir sehr fehlt – ein neues größeres forschungsprojekt machen, etwas, das am ende dann hoffentlich als buch veröffentlicht wird. es firmiert derzeit eher unter dem titel, der den organisatorischen rahmen und letztlich das ziel formuliert: post doc versus habil. zum zweiten gibt es einen ordner mit dem titel das ist die geschichte von k.
Woher kam die Idee für das Buch?
die idee, dass die dissertation nicht das letzte forschungsvorhaben ist, war ziemlich klar: neben meiner festen überzeugung, dass ich nichts anderes kann als bücher lesen, forschen und schreiben, habe ich sehr gern promoviert und es fehlt mir sehr, derartig intensiv in einem großen projekt zu sein und all die damit zusammenhängenden probleme zu denken und zu lösen. eine schwierigkeit war – oder ist es manchmal immer noch – mich für ein nächstes forschungsthema zu entscheiden. das habe ich im letzten jahr zwar getan, aber nach wie vor sehe ich dinge, bei denen ich denke hej, das muss ich unbedingt lösen.
die idee für das andere buch, dass ich immer weniger als „buch“ im sinne eines romans sehe als eher als eine lange geschichte – wobei es mir schwer fiele, die unterschiede so genau zu beschreiben – resultiert aus dem versuch, worte für depressionszeiten zu finden. ich habe ein großes vertrauen in sprache und die sprachlosigkeit in depressionszeiten gehört für mich zu den erfahrungen, bei denen ich mir immer vorstellen kann, daran eines tages zu zerbrechen. vielleicht hat es etwas mit dem bedürfnis zu tun, diese situationen zu bannen.
Unter welches Genre fällt Ihr Buch?
ersteres ist eine wissenschaftliche veröffentlichung, zweiteres wie gesagt eine geschichte.
Wie lautet die Einsatzzusammenfassung Ihres Buches?
ersteres: haben Sie sich eigentlich mal überlegt, dass architektur die vorstellung von einer historischen wirklichkeit vermitteln kann und ist Ihnen dabei klar geworden, welche schwierigkeiten sich vielleicht ergeben, wenn rekonstruktionen versuchen, diese wieder herzustellen?
zweiteres: Das ist die Geschichte von k. Und k. beschloss zu sterben. (was ein zitat der ersten beiden sätze ist)
Welche Schauspieler sollten Ihre Charaktere in einer Filmumsetzung spielen?
nathalie portman. egal was, zur not schreibe ich ihr jeweils eine rolle rein.
Werden Sie Ihr Buch selbst verlegen oder wird es vertreten durch einen Agenten?
für ersteres suche ich dann einen verlag und auch eine institution oder stiftung, die den druck finanziert. derzeit erdrücken mich noch die schulden, die durch die veröffentlichung meiner doktorarbeit entstanden. diese situation will ich weder ausbauen noch wiederholen. Es ist hart, sich so viel geld für den druck eines buch geliehen zu haben, und zur zeit zum beispiel nicht zu wissen, wie man die neuen kontaktlinsen bezahlen soll.
bei der geschichte habe ich noch keine vorstellung. ich kann mir gut denken, dass die hier in einer virtuellen schublade rumliegt und fraufrank die dann zu einem teil meiner zu schreibenden biographie verwendet.
Wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten Entwurf Ihres Manuskripts zu schreiben?
mit beiden themen und den entsprechenden skizzen bin ich seit vielleicht 1,5 oder 2 jahren beschäftigt.
Welche anderen Bücher würden Sie mit Ihrem Genre vergleichen?
ersteres mit meiner doktorarbeit, bei zweiterem bin ich nicht sicher. was ein problem für mich ist.
Was sonst über Ihr Buch könnte das Interesse des Lesers wecken?
ich glaube, die art wie ich darüber spreche. also bis zu dem moment, wo ich mein gegenüber in der regel überfordere oder deprimiere.
Möchten Sie andere Autoren für das Interview nominieren?
da er (ebenfalls) auf percantas zuwurf bisher nicht reagiert hat, nehme ich hier ein größeres stöckchen für den verehrten mek, um ihn doch noch zu motivieren und ein kleineres natürlich für die wunderbare fraufrank.
Dienstag, 29. Januar 2013
ich habe die derzeitige sexismusdebatte nicht ernsthaft verfolgt, aus den schlichten gründen, dass sie mich als debatte nicht interessiert, ich mir anmaße, ihren verlauf und vor allem ihr versanden vorhersehen zu können und es mir zu schlecht gelingt, die beiträge von denjenigen, die mich in ihrer art und weise, ihrem inhalt, ihrer sprache anwidern werden, von vorn herein herauszufiltern.
ich habe allerdings eine menge tweets und einige blogeinträge gelesen, die mich berührt haben, von menschen, denen ich in diesem moment gern spontan und vielleicht nur für einen augenblick, meine zuneigung, meine unterstützung, mein verständnis entgegengebracht hätte. es ist nur ein kleiner raum, der sich bei all dem aufgetan hat, aber er hat menschen, zumeist frauen, dazu gebracht, eine zeit aus ihrer geschichte zu erzählen, einen satz, eine begebenheit. mir ist dabei bis zum körperlichen erbrechen auch klar geworden, wie sehr diese erinnerungen bleiben. und eben nach 20 jahren noch da sind.
natürlich, alles verändert. aber hier sind es ein schmerz, ein blick auf die welt, den eigenen körper, die beziehungen, das für sie notwendige vertrauen, ängste, unsicherheiten, vermeidungen. und dafür braucht es nicht die ganz krassen sachen. denn einher gehen die mit hunderten kleinen begebenheiten; degradierungen, witzen, berührungen, zuschreibungen, sterotypen. gestern schrieb mir jemandem aus einer zusammenarbeit, es ginge um meine empfindlichkeiten, nachdem ich logisch zusammenhängend nachvollziehbar dargelegt habe, warum ich etwas nicht machen möchte. anderenzeitens hätte mich das nur etwas geärgert, dann wäre es liegen geblieben. jetzt zeigt es auch und etwas von struktur auf, und von alltag.
vielleicht ist das dann auch ein wert dieser debatte: dass jedem, der es möchte, klar werden könnte, was sexismus alles ausmachen kann. und das es keinen katalog von verhaltensregeln gibt, aber eine sensibiltät dafür geben muss, was grenzen sind. es kann nun einmal nicht schwer sein zu erkennen, ob es jemand in einer situation geil findet, gegen die wand gedrückt und geküsst zu werden oder ob es ihm/ihr angst macht.
ich habe in den letzten tagen (wieder) verstanden, dass es geschichten gibt, die einen bis ins tiefste erschüttern und dass die bleiben. immer. dass sie sich verändern, sicher. dass man sie nicht mehr so oft erzählt. weil sie irgendwann eben zu einer alten geschichte werden. und auch, weil man nicht mehr viele menschen trifft, die sie wissen möchten.
gestern nacht saß ich in einer bar und habe einem freund erzählt, dass ich über die vergewaltigung einen text geschrieben habe. und ich habe gemerkt, wie ich kurz gezögert habe, es so auszusprechen. aus zwei gründen: es erschien mir so ein großes, drastisches wort für eine erinnerung an eine ganz andere zeit. und ich war nicht sicher, ob das alles nicht nur in meinem kopf ist. ich ihm unrecht tue. es mir nur eingebildet, zusammengelegt, ausgedacht habe und nur wahr mache, weil ich darüber spreche.
ich habe allerdings eine menge tweets und einige blogeinträge gelesen, die mich berührt haben, von menschen, denen ich in diesem moment gern spontan und vielleicht nur für einen augenblick, meine zuneigung, meine unterstützung, mein verständnis entgegengebracht hätte. es ist nur ein kleiner raum, der sich bei all dem aufgetan hat, aber er hat menschen, zumeist frauen, dazu gebracht, eine zeit aus ihrer geschichte zu erzählen, einen satz, eine begebenheit. mir ist dabei bis zum körperlichen erbrechen auch klar geworden, wie sehr diese erinnerungen bleiben. und eben nach 20 jahren noch da sind.
natürlich, alles verändert. aber hier sind es ein schmerz, ein blick auf die welt, den eigenen körper, die beziehungen, das für sie notwendige vertrauen, ängste, unsicherheiten, vermeidungen. und dafür braucht es nicht die ganz krassen sachen. denn einher gehen die mit hunderten kleinen begebenheiten; degradierungen, witzen, berührungen, zuschreibungen, sterotypen. gestern schrieb mir jemandem aus einer zusammenarbeit, es ginge um meine empfindlichkeiten, nachdem ich logisch zusammenhängend nachvollziehbar dargelegt habe, warum ich etwas nicht machen möchte. anderenzeitens hätte mich das nur etwas geärgert, dann wäre es liegen geblieben. jetzt zeigt es auch und etwas von struktur auf, und von alltag.
vielleicht ist das dann auch ein wert dieser debatte: dass jedem, der es möchte, klar werden könnte, was sexismus alles ausmachen kann. und das es keinen katalog von verhaltensregeln gibt, aber eine sensibiltät dafür geben muss, was grenzen sind. es kann nun einmal nicht schwer sein zu erkennen, ob es jemand in einer situation geil findet, gegen die wand gedrückt und geküsst zu werden oder ob es ihm/ihr angst macht.
ich habe in den letzten tagen (wieder) verstanden, dass es geschichten gibt, die einen bis ins tiefste erschüttern und dass die bleiben. immer. dass sie sich verändern, sicher. dass man sie nicht mehr so oft erzählt. weil sie irgendwann eben zu einer alten geschichte werden. und auch, weil man nicht mehr viele menschen trifft, die sie wissen möchten.
gestern nacht saß ich in einer bar und habe einem freund erzählt, dass ich über die vergewaltigung einen text geschrieben habe. und ich habe gemerkt, wie ich kurz gezögert habe, es so auszusprechen. aus zwei gründen: es erschien mir so ein großes, drastisches wort für eine erinnerung an eine ganz andere zeit. und ich war nicht sicher, ob das alles nicht nur in meinem kopf ist. ich ihm unrecht tue. es mir nur eingebildet, zusammengelegt, ausgedacht habe und nur wahr mache, weil ich darüber spreche.
Samstag, 26. Januar 2013
es sind fast 20 jahre. und vielleicht ist es nicht wahr.
es ist ein kleiner bungalow, irgendwo nahe der polnischen grenze. ein ausgezogenes sofa, daneben steht ein tisch. in meiner erinnerung liege ich nicht auf dem sofa, werde festgehalten und vergewaltigt, sondern sitze auf dem tisch und sehe zu, wie ich auf dem sofa liege, festgehalten und vergewaltigt werde. in meiner erinnerung stehe ich danach auf und gehe in bad. ich sehe mich im spiegel an. ich kotze ins waschbecken. ich komme zurück. er schläft. es gibt keine erinnerung daran, was oder wie es danach war. ob ich noch geschlafen habe. wie es war, am nächsten morgen mit ihm in einem raum zu sein. da ist nur dunkel. und das gefühl, das innere auskotzen zu wollen. immer noch.
ich weiß nicht mehr, wann es war. ob er mich davor schon mal geschlagen hat, oder das erst danach anfing. wie viel zeit noch verging, bis ich die gelegenheit hatte, ihn zu verlassen. aber ich weiß, wie er nach meiner abifeier auf die befahrene straße rannte und verlangte, dass ich bei ihm bleibe. ich weiß, wie ich dachte, er schlägt mich tot, wenn ich ihm ins gesicht sage, dass ich gehe. ich weiß von seinen hasserfüllten drohbriefen, die noch monate später kamen. und von der angst, aus der wohnungstür zu gehen. ich weiß, dass ich es danach jahrelang nicht ertragen konnte, wenn mich jemand anfasst. ich erinnere mich, wie ich nachts einmal schreiend aufwachte, weil ich dachte, er würde mich von hinten erwürgen. und wie ich minuten brauchte, dass mich da der mann leicht umarmt, den ich gerade mehr als liebte. ich weiß, dass wie ich es jahrelang niemandem erzählen konnte, weil ich dachte, so etwas gibt es in beziehungen nicht und ich sei selbst schuld gewesen: vielleicht hatte ich provoziert, ihn vor seinen freunden blamiert. ich weiß bis heute nicht, warum man nicht gleich weggeht, nur, dass man nicht gleich weggeht.
acht jahre später rief er in meiner damaligen wohnung an, um mir zu sagen, dass ich die frau seines lebens sei. und dass er gern mit mir zum cure konzert gehen würde. meine eltern hatten ihm meine nummer gegeben, weil er doch so ein netter typ war. ich konnte tagelang nicht schlafen, nicht essen, nicht rausgehen. vor 10 jahren dachte ich, ich könnte nicht nach berlin ziehen, nicht in der gleichen stadt leben wie er.
es ist fast 20 jahre her. manchmal kann ich mich nicht erinnern, ob das wirklich passiert ist oder ob ich nur eine geschichte gelesen habe.
seit ein paar tagen rutscht ein klares abbild seines gesichts immer wieder durch meinen kopf. es ist fast 20 jahre her und ich lege mich jetzt auf den boden, ziehe meine knie an den körper und weine.
es ist ein kleiner bungalow, irgendwo nahe der polnischen grenze. ein ausgezogenes sofa, daneben steht ein tisch. in meiner erinnerung liege ich nicht auf dem sofa, werde festgehalten und vergewaltigt, sondern sitze auf dem tisch und sehe zu, wie ich auf dem sofa liege, festgehalten und vergewaltigt werde. in meiner erinnerung stehe ich danach auf und gehe in bad. ich sehe mich im spiegel an. ich kotze ins waschbecken. ich komme zurück. er schläft. es gibt keine erinnerung daran, was oder wie es danach war. ob ich noch geschlafen habe. wie es war, am nächsten morgen mit ihm in einem raum zu sein. da ist nur dunkel. und das gefühl, das innere auskotzen zu wollen. immer noch.
ich weiß nicht mehr, wann es war. ob er mich davor schon mal geschlagen hat, oder das erst danach anfing. wie viel zeit noch verging, bis ich die gelegenheit hatte, ihn zu verlassen. aber ich weiß, wie er nach meiner abifeier auf die befahrene straße rannte und verlangte, dass ich bei ihm bleibe. ich weiß, wie ich dachte, er schlägt mich tot, wenn ich ihm ins gesicht sage, dass ich gehe. ich weiß von seinen hasserfüllten drohbriefen, die noch monate später kamen. und von der angst, aus der wohnungstür zu gehen. ich weiß, dass ich es danach jahrelang nicht ertragen konnte, wenn mich jemand anfasst. ich erinnere mich, wie ich nachts einmal schreiend aufwachte, weil ich dachte, er würde mich von hinten erwürgen. und wie ich minuten brauchte, dass mich da der mann leicht umarmt, den ich gerade mehr als liebte. ich weiß, dass wie ich es jahrelang niemandem erzählen konnte, weil ich dachte, so etwas gibt es in beziehungen nicht und ich sei selbst schuld gewesen: vielleicht hatte ich provoziert, ihn vor seinen freunden blamiert. ich weiß bis heute nicht, warum man nicht gleich weggeht, nur, dass man nicht gleich weggeht.
acht jahre später rief er in meiner damaligen wohnung an, um mir zu sagen, dass ich die frau seines lebens sei. und dass er gern mit mir zum cure konzert gehen würde. meine eltern hatten ihm meine nummer gegeben, weil er doch so ein netter typ war. ich konnte tagelang nicht schlafen, nicht essen, nicht rausgehen. vor 10 jahren dachte ich, ich könnte nicht nach berlin ziehen, nicht in der gleichen stadt leben wie er.
es ist fast 20 jahre her. manchmal kann ich mich nicht erinnern, ob das wirklich passiert ist oder ob ich nur eine geschichte gelesen habe.
seit ein paar tagen rutscht ein klares abbild seines gesichts immer wieder durch meinen kopf. es ist fast 20 jahre her und ich lege mich jetzt auf den boden, ziehe meine knie an den körper und weine.
Dienstag, 15. Januar 2013
er fragt mich, ob alles ok sei. wegen dem husten und so. er war mir schon in der ubahn aufgefallen. ein typ mit gitarre. nicht so sehr einer von denen, die gerade nach berlin gekommen sind, um alle mit "kunst" und einem hippen lebensgefühl zu irritieren, sondern einer, der schon lange hier lebte, irgendwie. in dem teil neuköllns, von dem niemand dachte, dass er mal in und die straßen mal sauber würden. billig war es hier. und durch die straßen zu laufen, ersetzte manchmal den urlaub in ferne länder, für den sowieso nie geld da war.
es ist nacht, regnerische dunkelheit, in der schwach beleuchteten straße neben dem friedhof, die eher einem comic entstammt. er bleibt stehen und ich zögere kurz, den kopfhörer abzuziehen, um das gespräch aufzunehmen, die aufmerksamkeit eines fremden zu beantworten. ich brauche mut dafür, dann lächle ich und erzähle etwas von den qualen und dem gefühl, dass der husten nicht mehr weg zu gehen scheint. und wir reden ein wenig und laufen und lachen, bis er sagt, hier wohne er und mir alles gute wünscht. bis später, sage ich und mein kopf fragt sich, wann er angefangen hat, immer und immer gleich die guten möglichkeit nicht zu sehen.
es ist nacht, regnerische dunkelheit, in der schwach beleuchteten straße neben dem friedhof, die eher einem comic entstammt. er bleibt stehen und ich zögere kurz, den kopfhörer abzuziehen, um das gespräch aufzunehmen, die aufmerksamkeit eines fremden zu beantworten. ich brauche mut dafür, dann lächle ich und erzähle etwas von den qualen und dem gefühl, dass der husten nicht mehr weg zu gehen scheint. und wir reden ein wenig und laufen und lachen, bis er sagt, hier wohne er und mir alles gute wünscht. bis später, sage ich und mein kopf fragt sich, wann er angefangen hat, immer und immer gleich die guten möglichkeit nicht zu sehen.
Montag, 7. Januar 2013
es war nur ein wenig zeit. geliehene zeit, gestohlene zeit. 2012 wird immer damit verbunden sein, dass ich ihn wiederbekommen habe. dachte ich. diesen schritt zu gehen und zu verzeihen. ein sehnsucht zu einer gewissheit zu machen. wieder zusammen zu sein. überhaupt zu sein. vergangenheit zu haben. geschichte. die hand auszustrecken. "wir sind eine familie" sagt d. und ich glaubte ihm und wollte auch irgendwo hin. gehören.
und dann fing das an mit dem sex und dem berauscht sein. und das irgendeine stimme im kopf sagt, das habe ich doch immer schon gewusst.
es ist nur sex. aber was weiss denn ich. mehr mehr mehr tickern die gedanken. und erinnern sich danach immer wieder. und lassen den atem kurz aussetzen.
es hat keine zukunft. wir aus uns nicht. wir gehören vielleicht zusammen. aber wir sind nicht verliebt. und vielleicht ist unser zusammengehören auch nur, weil wir die verlorene zeit aufholen wollen. oder froh sind, die chance dazu zu haben. es hat keine zukunft. gegen die welt. weil die das nicht will. weil wir die verletzen. weil sie uns das übel nimmt. nicht versteht. uns mit ihren emotionen, ansprüchen, enttäuschungen, erwartungen, bildern überfrachtet und erstickt.
es gibt die ahnung, dass man eben nicht einfach zurück geht. dass zu viel zeit passiert ist. und vielleicht auch, dass er sich über all das und zu sehr verändert hat. und dann ist er fremd und kalt und weg und anders und traurig und abwesend und irritierend.
und es gibt liebe. weil es die immer gab. und es gibt sehnsucht. auch weil ich gern wieder nähe möchte. weil er immer an dieses eine gefühl von zuhause gebunden sein wird, von selbstverständlichkeit. es war damals nicht nur das ende der zeiten die wir kannten, sondern auch das ende von vertrauen. von irgendwohingehören. aber es wird nicht wieder gut, nur weil ich verzeihe. es wird nicht wieder selbstverständlich, weil ich die hand ausstrecke. und ich gehöre nicht wieder irgendwo hin, nur weil ich weiß wie es ist, ihn anzufühlen.
und dann fing das an mit dem sex und dem berauscht sein. und das irgendeine stimme im kopf sagt, das habe ich doch immer schon gewusst.
es ist nur sex. aber was weiss denn ich. mehr mehr mehr tickern die gedanken. und erinnern sich danach immer wieder. und lassen den atem kurz aussetzen.
es hat keine zukunft. wir aus uns nicht. wir gehören vielleicht zusammen. aber wir sind nicht verliebt. und vielleicht ist unser zusammengehören auch nur, weil wir die verlorene zeit aufholen wollen. oder froh sind, die chance dazu zu haben. es hat keine zukunft. gegen die welt. weil die das nicht will. weil wir die verletzen. weil sie uns das übel nimmt. nicht versteht. uns mit ihren emotionen, ansprüchen, enttäuschungen, erwartungen, bildern überfrachtet und erstickt.
es gibt die ahnung, dass man eben nicht einfach zurück geht. dass zu viel zeit passiert ist. und vielleicht auch, dass er sich über all das und zu sehr verändert hat. und dann ist er fremd und kalt und weg und anders und traurig und abwesend und irritierend.
und es gibt liebe. weil es die immer gab. und es gibt sehnsucht. auch weil ich gern wieder nähe möchte. weil er immer an dieses eine gefühl von zuhause gebunden sein wird, von selbstverständlichkeit. es war damals nicht nur das ende der zeiten die wir kannten, sondern auch das ende von vertrauen. von irgendwohingehören. aber es wird nicht wieder gut, nur weil ich verzeihe. es wird nicht wieder selbstverständlich, weil ich die hand ausstrecke. und ich gehöre nicht wieder irgendwo hin, nur weil ich weiß wie es ist, ihn anzufühlen.
Sonntag, 28. Oktober 2012
und du hast es die ganze zeit gewusst. dass es passieren
wird. dass es nicht nur das glück gibt, sich wieder gefunden zu haben, sondern
auch etwas nachzuholen. und dann redet ihr den ganzen abend über affairen, die
ihr habt, und sex, den ihr wollt und er von einer liebe mit einer neuen frau,
die vielleicht beginnt und bevor ihr geht, bewirft er einen bargast mit eiswürfeln, weil den
nicht interessiert, dass du eine geile telefonsexstimme hast. und als er dich
am hermannplatz küsst, gibt es nichts, was nicht selbstverständlicher wäre. und
als ihr stundenlang fickt, willst du nicht, dass es je vorbei ist. und nachdem
er morgens gegangen ist, willst du immer und immer wieder, seinen geruch an dir
nachatmen. und seitdem kannst du nicht aufhören zu lachen und zu denken, dass
das wohl so einiges übertrifft, was du in deinem leben gemacht hast. und dann
sitzt du in deinem bett und weißt, dass er jetzt auf dem weg ist, seine liebe
mit einer neuen frau anzufangen. und vielleicht bist du auch ein bisschen froh, dass du das nicht entscheiden hast.
Mittwoch, 29. August 2012
tag sollte die ahnung von veränderung bringen. statt dessen beschwört er die alten ängste herauf und bescheinigt ihnen relevanz. was eigentlich noch, denke ich und wozu das ganze. liege seit 3 stunden im bett und versuche mich mit federweisser zu betrinken. läuft so mittel, würde ich eine erste prognose wagend denken.
fange also vielleicht diese geschichte mit p. an. hatte nicht bedacht, dass mein wunsch nach netten männern den betrug an frau und kindern nach sich zieht. hatte ausserdem nicht bedacht, dass nette männer nicht in meiner welt leben, sondern in einer, in der sie verstehen können, dass eine derartige präsenz offensichtlicher juden wie in new york unbehagen bei menschen auslösen könne. konnte damit aber eine wesentliche frage meines lebens nebenbei mitbeantworten: who the fuck lässt sich eigentlich bei test zu antisemitischen einstellungen mit derartig dummen fragen überführen. musste aber auch feststellen, dass ich antisemiten nicht sofort schlage.
ich habe jegliches gefühl verloren. ich weiß nicht mehr, ob ich etwas kann oder etwas tun sollte. ich weiß nicht, was ich könnte. ich habe kein verhältnis mehr dazu. ich traue mich nicht mehr, etwas zu wollen, für etwas einzutreten. irgendwo hinzugehen. ich glaube nicht mehr, dass man mich mögen könnte. vermissen würde. ich kann auf der straße niemanden mehr ansehen. weil ich nicht aufhören kann, mir vorzustellen, wie doof sie mich finden, wie hässlich, wie alt. ich sehe keinen sinn mehr darin, etwas anzufangen. weil nichts irgendwo hin zu führen scheint. nichts wert zu sein ist von dem ängstlichen gedanken zur realität geworden.
guten tag, mein name ist k., und ich will nicht mehr.
fange also vielleicht diese geschichte mit p. an. hatte nicht bedacht, dass mein wunsch nach netten männern den betrug an frau und kindern nach sich zieht. hatte ausserdem nicht bedacht, dass nette männer nicht in meiner welt leben, sondern in einer, in der sie verstehen können, dass eine derartige präsenz offensichtlicher juden wie in new york unbehagen bei menschen auslösen könne. konnte damit aber eine wesentliche frage meines lebens nebenbei mitbeantworten: who the fuck lässt sich eigentlich bei test zu antisemitischen einstellungen mit derartig dummen fragen überführen. musste aber auch feststellen, dass ich antisemiten nicht sofort schlage.
ich habe jegliches gefühl verloren. ich weiß nicht mehr, ob ich etwas kann oder etwas tun sollte. ich weiß nicht, was ich könnte. ich habe kein verhältnis mehr dazu. ich traue mich nicht mehr, etwas zu wollen, für etwas einzutreten. irgendwo hinzugehen. ich glaube nicht mehr, dass man mich mögen könnte. vermissen würde. ich kann auf der straße niemanden mehr ansehen. weil ich nicht aufhören kann, mir vorzustellen, wie doof sie mich finden, wie hässlich, wie alt. ich sehe keinen sinn mehr darin, etwas anzufangen. weil nichts irgendwo hin zu führen scheint. nichts wert zu sein ist von dem ängstlichen gedanken zur realität geworden.
guten tag, mein name ist k., und ich will nicht mehr.
Mittwoch, 11. Juli 2012
ich gehe durch den hinterhof. er steht da in einer blauen kapuzenjacke und dreht sich eine zigarette. und lacht. ich sehe es durch die dunkelheit. ich verstehe sein englisch nicht. aber wir sehen uns an und lachen. immer. und in unserer ersten nacht erzähle ich ihm, dass ich angst habe, nach hause zu fahren und mich umzubringen und er mir, dass er dann einfach immer umzieht und dann zählt er die städte auf, in denen er lebte und ich kann mir ausrechnen, dass er das 2mal im jahr macht. und diese mischung aus gebrochener ruhelosigkeit und der stärke, immer irgendwo zu sein, macht mich schwindelig und verliebt und wir gleiten durch die nacht und stellen uns vor, wir könnten das durch ein leben.
Dienstag, 10. Juli 2012
das krasse ist, das sie nicht fragen. dass sie auf seine hochzeit gingen, ist das eine. das kann ich nicht gut finden. oder lassen. das irritiert mich, weil es mir fremd ist. aber dass sie nicht gefragt haben, wie es mir damit geht. ob ich an dem tag etwas schönes mache. oder einfach nur, wie ich mich fühle mit all dem. das ist mir so fremd. das macht mir so angst. das löst mich so sehr von allem. dass sie dann darüber reden und es mich ausschließt, und dass es ihnen nicht einmal dann auffällt, dass es etwas für mich bedeuten könnte. dass sie nicht einmal zu registrieren scheinen, dass ich anwesend bin. das ist wie schläge ins gesicht. in den magen. in jedes körperteil, das sie finden können.
Montag, 9. Juli 2012
die trennungszeit hat eine nachzeit. eine, in der man noch weiß, was der andere macht. worauf er sich freut. wovor er angst hat. was er will. seit dem letzten wochenende ist die nachzeit von t. und mir vorbei. das vorherrschende gefühl bleibt das der komischkeit: nicht dabei gewesen zu sein, bei etwas, dass vor 2 jahren begann, dass ich mit plante und vorbereitete, dem unsere aufregung und aufmerksamkeit galt. als er und n. damals sagten, sie würden erst im juli 2012 heiraten, war es, als erwarten sie von uns eine ewigkeit. und dann ist es nur komisch, nicht dabei zu sein. ich lasse es regnen. und es ist und bleibt und wird einfach nur nichttraurig.
Montag, 11. Juni 2012
sie sagen danach immer, sie hätten es nicht gewusst. das es schlimm gewesen sei, ja. aber so schlimm, nein, das hätte man nicht geahnt. denn sonst hätte man ja etwas getan, geholfen, wäre da gewesen. es gäbe ja, immer und für alles, und überhaupt lösung.
die schuld wird auf den geschoben, der sich umgebracht hat. nicht nur, dass er nicht weiter wusste, nein, er musste das auch noch für sich behalten, konnte sich nicht klar genug ausdrücken, hat nicht laut genug um hilfe gewinselt. denn hätte er nur ein wort gesagt, man wäre ja da gewesen.
die wahrheit ist, dass das blödsinn ist. es ist niemand da. man kann sich zurückziehen, es laut sagen, es aufschreiben. es ist niemand da.
darüberhinwegsehen und etwasanderesreden.
es tickert im kopf. immer lauter.
die schuld wird auf den geschoben, der sich umgebracht hat. nicht nur, dass er nicht weiter wusste, nein, er musste das auch noch für sich behalten, konnte sich nicht klar genug ausdrücken, hat nicht laut genug um hilfe gewinselt. denn hätte er nur ein wort gesagt, man wäre ja da gewesen.
die wahrheit ist, dass das blödsinn ist. es ist niemand da. man kann sich zurückziehen, es laut sagen, es aufschreiben. es ist niemand da.
darüberhinwegsehen und etwasanderesreden.
es tickert im kopf. immer lauter.
Sonntag, 27. Mai 2012
und dann bin ich zurück in der stadt, in der ich zuletzt vor wenigen monaten mit dir war. ich könnte ohne probleme in das hotel gehen, in dem du mich angeschrieen hast oder die wege nachgehen, die ich benutzte, um dir eclair zu kaufen. ich könnte mit einem taxi die strasse entlangfahren, auf der du zu mir sagtest, du müsstest dich so verhalten, weil du einfach nicht wüsstest, wie du mich kontrollieren kannst. ich könnte noch einmal in den konzertsaal gehen und den klängen nachhören, die du erzeugen konntest. es ist alles noch da. wenn ich es will.
zurück. in den kopf geknallt. dann in den körper. als musik. als traum. als schatten vor einem bahnhof. als stimme in den gedanken. als druck gegen den magen, der mir die tränen in die augen treibt. als bild im gehirn, wie du lachtst, wie du sprichst, wie du müde bist, wie traurig, wie verloren und wie aufmerksam, wie konzentriert, wie besessen, wie hasserfüllt und wie liebevoll
Montag, 21. Mai 2012
dann sagst du, dass du gern heiraten und ein kind möchtest. und du weißt, dass ich keine kinder will und ich weiß, dass du mich nicht heiraten wirst. wir sind gegen die zeit. und auch wenn du mir nie zustimmen würdest, weiß ich mit sicherheit, dass wir einander jede ernsthafte beziehung mit anderen verhindern. wer will mit jemandem in den beziehungsurlaub fahren, der davor noch unbedingt musik zu mir bringen muss? wer will mit jemandem zusammen sein, der immer aufspringt, wenn du rufst? wer will gegen unsere nähe anknüpfen müssen? ein teil von mir denkt: die musst du erst mal finden. und der andere weiß, ich muss dich gehen lassen. dir die möglichkeit geben, dass zu suchen und zu leben, was du willst. ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. kein teil von mir kann ohne dich sein. nicht mein verstand. und nicht mein gefühl. und ich habe angst, dass es keine entscheidung von mir ist. du einfach gehst. langsam und leise. kleine schritte. weil du glaubst, du und ich, das wird immer sein. gegen die zeit. jede.
du ermöglichst mir das minimum an sein in zugehörigkeit. fragilität im sekundentakt.
du ermöglichst mir das minimum an sein in zugehörigkeit. fragilität im sekundentakt.
Montag, 19. März 2012
sie sagen nein. scheinbar einfach so. es scheint nie gründe zu geben, die an einem selbst liegen, immer waren es zu viele einsendungen und schwere entscheidungen. was fehlt ist die information, woran es lag, ob im formalen oder im grundsätzlichen. aber es war immer umsonst, die arbeit und das denken, das warten und das mühsam hergestellte selbstvertrauen, es überhaupt zu wagen. ich merke auch, dass ich mit dieser bewerbung die entscheidung wegzugehen bereits getroffen hatte. dass es eine hoffnung war, nicht nur endlich zeit für das eigentliche geschenkt zu bekommen, sondern dies auch noch in israel. ich bleibe verloren zurück, merkwürdig desorientiert und als ich mit g. und seinen freunden auf dem u-bahnsteig stehe, sie zuhörend beobachte, zieht eine sehnsucht nach tel aviv durch den körper und treibt mir tränen in die augen. viele.
und während sich einige die suchen, gerade neu einrichten und dies mit zur schau getragener leichtigkeit geschieht, provoziert mein misserfolg nur ratloses schulterzucken und die verstörend hastige suche nach einem anderen thema. ich finde keinen raum für meine angst. nicht einmal eine abstellkammer für meine unsicherheit. y. fehlt mir, der wenigstens sagen würde, dass ich gut und es manchmal eben trotzdem so sei. man weitermachen müsse. immer. dem ich das glauben würde. mit dieser den magen abschnürenden sicherheit. jetzt lasse ich seine stimme in meinen erinnerungen diese sätze sagen und flüstere ihr dabei zu verzeih mir und lass uns noch einmal sein. irgendetwas.
der taxifahrer sagt, dass er 70 sei und seine rente 520 euro wäre. da müsste er eben weiter arbeiten bis er sterbe. und ich verstehe nicht, in was für einer welt ich eben lebe.
x schenkt mir einen ganzen tag. den ersten mit frühling und ersten freien seit wochen. wir haben es zu schön und ich denke, dass wir nicht mehr sind. was wir waren. er fehlt mir während er da ist und ich noch weiß, wie es anders war. und ich beobachte die angst, wie sie langsam jede zelle gefriert.
unzugehörigkeitsrealitäten.
und während sich einige die suchen, gerade neu einrichten und dies mit zur schau getragener leichtigkeit geschieht, provoziert mein misserfolg nur ratloses schulterzucken und die verstörend hastige suche nach einem anderen thema. ich finde keinen raum für meine angst. nicht einmal eine abstellkammer für meine unsicherheit. y. fehlt mir, der wenigstens sagen würde, dass ich gut und es manchmal eben trotzdem so sei. man weitermachen müsse. immer. dem ich das glauben würde. mit dieser den magen abschnürenden sicherheit. jetzt lasse ich seine stimme in meinen erinnerungen diese sätze sagen und flüstere ihr dabei zu verzeih mir und lass uns noch einmal sein. irgendetwas.
der taxifahrer sagt, dass er 70 sei und seine rente 520 euro wäre. da müsste er eben weiter arbeiten bis er sterbe. und ich verstehe nicht, in was für einer welt ich eben lebe.
x schenkt mir einen ganzen tag. den ersten mit frühling und ersten freien seit wochen. wir haben es zu schön und ich denke, dass wir nicht mehr sind. was wir waren. er fehlt mir während er da ist und ich noch weiß, wie es anders war. und ich beobachte die angst, wie sie langsam jede zelle gefriert.
unzugehörigkeitsrealitäten.
Dienstag, 13. März 2012
den therapeuten verlassen. einfach so und eine viertel stunde vor ablauf der zeit. da gesessen und nicht gewusst, was das gerade und im besonderen soll. den gedanken vergessen, ob man das macht oder nicht. nur gewusst: ich mag das jetzt nicht. und draussen dann gelacht.
ich weiß gar nicht warum. ich hätte diesen raum gern für mich. ich weiss auch irgendwo und -wie, ich sollte das machen. ich will, musst das heißen, ich weiß. vielleicht ist es nicht die richtige zeit. vielleicht denke ich einmal zu oft: mir geht es gut. vielleicht haben sich ausreichend blick und winkel verschoben. vielleicht ist es aber auch nur eine zeit, in der es so scheint. vielleicht kann ich nur zu wenig damit anfangen. die schnellen urteile machen mich zu wütend und ich finde nicht den platz, um etwas zu sagen auf eine art, die mir gerecht erscheint. mit all den fürs und widers und dem zögern und den aspekten, die dafür und dagegen sprechen, das eine ergänzen und das andere widerlegen. vielleicht sehe ich zu wenig nächsten schritt. vielleicht verstehe ich ihn nicht. vielleicht, naja, vielleicht bin ich das problem.
anschließend p. besucht im prenzlauer berg. dem klischeeprenzlauer berg. in einer klischeeprenzlauerbergaltbaufamilienwohnung. und bei käsebrot und tee und kuchen über den hauskauf im brandenburgischen geplaudert und festgestellt, dass er auch noch klischeeprenzlauerbergschwabe ist. kurz sehnsucht gehabt nach dem wunsch nach einem klischeeleben. dann aber lieber noch vor der raumerstraße 39 stehen geblieben und kurz geweint vor nostalgischem vergangenheitsmoment und prenzlauerbergklischees nicht aushalten wollen müssen.
ringbahn gefahren und gedacht: das sollte man öfters machen; dieses ringbahnfahren.
einen text mit 50.000 zeichen produziert der nur 27500 haben darf. hysterisch gelacht. mehrmals. dann geweint und den verdacht gehegt, dass runterkürzen auf 44.000 zeichen der sache (keiner) auch nicht dient.
ich weiß gar nicht warum. ich hätte diesen raum gern für mich. ich weiss auch irgendwo und -wie, ich sollte das machen. ich will, musst das heißen, ich weiß. vielleicht ist es nicht die richtige zeit. vielleicht denke ich einmal zu oft: mir geht es gut. vielleicht haben sich ausreichend blick und winkel verschoben. vielleicht ist es aber auch nur eine zeit, in der es so scheint. vielleicht kann ich nur zu wenig damit anfangen. die schnellen urteile machen mich zu wütend und ich finde nicht den platz, um etwas zu sagen auf eine art, die mir gerecht erscheint. mit all den fürs und widers und dem zögern und den aspekten, die dafür und dagegen sprechen, das eine ergänzen und das andere widerlegen. vielleicht sehe ich zu wenig nächsten schritt. vielleicht verstehe ich ihn nicht. vielleicht, naja, vielleicht bin ich das problem.
anschließend p. besucht im prenzlauer berg. dem klischeeprenzlauer berg. in einer klischeeprenzlauerbergaltbaufamilienwohnung. und bei käsebrot und tee und kuchen über den hauskauf im brandenburgischen geplaudert und festgestellt, dass er auch noch klischeeprenzlauerbergschwabe ist. kurz sehnsucht gehabt nach dem wunsch nach einem klischeeleben. dann aber lieber noch vor der raumerstraße 39 stehen geblieben und kurz geweint vor nostalgischem vergangenheitsmoment und prenzlauerbergklischees nicht aushalten wollen müssen.
ringbahn gefahren und gedacht: das sollte man öfters machen; dieses ringbahnfahren.
einen text mit 50.000 zeichen produziert der nur 27500 haben darf. hysterisch gelacht. mehrmals. dann geweint und den verdacht gehegt, dass runterkürzen auf 44.000 zeichen der sache (keiner) auch nicht dient.
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